komet-vorn Dieser Automat wurde von Firma West Automaten-Bau, Leipzig in den 30igern Jahren hergestellt. Vom Prinzip baut dieser Automat auf díe beliebten Fingerschlagautomaten der 20iger Jahre auf. Der Spieleinsatz beträgt 10 Pfg. Es erfolgte keine Gewinnauszahlung, sondern man konnte den 2,5fachen Einsatz in Form einer Warengutschrift vom Betreiber/Wirt erhalten. Ich denke diese Automaten wurden in Wirtshäusern oder bei Jahrmarkt-/Kirmesfesten aufgestellt. Die Bilder zeigen meinen Komet noch unrestauriert. Es fehlen das Schloss und die untere Zierleiste von der Bodenplatte ist abgebrochen. Der Gesamtzustand ist trotzdem sehr gut. Die Verkleidung mit dem Schriftzug UWAG deutet auf einen späteren Einsatz in der DDR hin, der genaue Aufstellort ist leider nicht bekannt.
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Dieses Bild zeigt die Innnenansicht des Komet. Der Automat besteht noch aus massiven Holz. Die Beschläge sind aus Messing und die restlichen Metallteile aus Zinkmetall. Die Technik ist für heutige Verhälnisse relativ einfach.

Spielablauf: Die 10 Pfg. Münze wird im seitlichen Schacht eingelegt und dann mit einem Finger (ich benutze den großen Zeigefinger) in das Spielfeld geschleudert. Das Ziel sind die mit einer Zahl beschrifteten Münzschächte (also 2, 3, oder 5). Wenn eine Münze hier landet leuchtet vorn am Automaten eine Lampe auf und zeigt den Gewinn an. Nach erfolgter Gewinnauszahlung vom Kneiper (Betreiber) setzte dieser den Komet über den vorderen Messinghebel wieder in die Grundstellung. Die Stromversorgung erfolgt über eine heute seltene 4,5V Flachbatterie.

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Das rechte Bild zeigt die originale Spielanleitung. Die Spielautomaten beschäftigten damals sehr oft die Gerichte. Da Spielautomaten eine neue Konkurenz für die etablierten Lotterien waren und das technische Verständis für den Fortschritt begrenzt war bzw. das Glücksspiel gegen die guten Sitten verstoße. Bahnbrechend war das Reichsgerichtsurteil vom 30.10.1908.

Mit dem Komet konnte man bei Einsatz von 10Pfg. den 2,5fachen Einsatz gewinnen, also 25Pfg. in Form einer Warengutschrift z.B. Tabakwaren. Ich denke damals waren 10Pfg. sehr viel Geld.

komet-vorn-neu Der Aufwand für die Restaurierung des Automaten war doch größer als vorher angenommen. Die Holzschäden an der Fronttür wurden durch einsetzen von Buchenholz behoben. Die Bodenplatte musste ich komplett austauschen, das war mit aufwendigen Fräsarbeiten verbunden. Zusätzlich habe ich ein passendes Schloss mit einen entsprechenden Beschlag aus Messing eingebaut. Die Schlageinrichtung habe ich komplett überarbeitet. Ich vermute das die Schlageinrichtung nicht mehr Original ist. Sie passt aber trotzdem prima zum Design des Automaten. Auf dem Spielfeld wurde der gesamte Rost entfernt und der Batteriekasten für die 4,5 V-Batt. erneuert, da er sehr stark korrodiert war. Die Messinteile habe ich komplett poliert. Der Automat bekam auch eine neue Frontscheibe, da die alte Scheibe einige sichtbare Ausplatzer hatte. Zum Abschluß habe ich die alte Lackierung abgelaugt und anschließend die Außenflächen neu gebeizt. Die Holzoberfläche habe ich entsprechend dem historischen Vorbild gewachst und poliert. Das Ergebnis ist ein Automat der tauglich ist für das Wohnzimmer und dem man trotzdem sein Alter von über 75 Jahren ansieht. 

 

 

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