„DIANA“ - ein Schießgerät der Imo-Automatenfabrik

Die Firma Imo-Automatenfabrik Helmut Jentzsch G. m. b. H.. Brackwede-Bielefeld. hat einen Wandschießautomaten DIANA“ auf den Markt gebracht. Das in hellen Farben gehaltene Gerät zeigt in seinem Bildfenster eine Landschaft, vor der sich eine Scheibe mit Hasen und Füchsen als Ziele dreht. Durch das bekannte Spiegelsystem wird die räumliche Tiefenwirkung erreicht. Die vor der Scheibe befindliche bewegliche Pistole erlaubt ein Schießen in jeder Stellung. Für einen Einwurf von 10 Pfg. erhält man 12 Schuß. Schüsse und Treffer werden über getrennte Zählwerke registriert und in kleinen Fenstern angezeigt. Außerdem ertönt bei jedem Treffer ein Glockensignal und das laufende Tier wird durch ein totes abgedeckt. Bei Fehlschüssen leuchtet ein Schild „Fahrkarte“ auf. Für 12 Treffer gibt es 8 Freischüsse, d. h. die Zählwerke laufen bis 20 weiter. Je nach der Trefferzahl leuchtet ein Qualifikationsschild „Schütze“ - „Oberschlitze“ „Meisterschütze“ oder ,.Experte“ auf. Das Schießgerät DIANA ist 70 cm hoch, 50 cm breit und einschließlich der Pistole 36 cm tief. Herr Helmut Jentzsch von der Imo sagt zum Start der DIANA noch weiter: „In der Erkenntnis, daß der vorausdisponierende Aufsteller zu seinen Geldgeräten ein interessantes Unterhaltungsgerät braucht, das aber keinen besonderen Platz erfordert, haben wir unseren Wandschießautomaten DIANA auf den Markt gebracht. Die bisherigen Erfahrungen haben die Richtigkeit unserer Annahme bewiesen. Dabei hat es sich gezeigt, daß unser Gerät sich auch bestens als Zweitgerät eignet. Stellen, im denen sich auf Grund der hohen Vergnügungssteuer ein zweites Geldgerät nicht trägt, sind für unser Gerät ebenfalls bestens geeignet. Quelle Automatenmarkt 1957

Grundsätzliches: Der Diana Wandschießautomat wurde 1957 von der  Helmut Jentzsch GmbH, Bielefeld auf den Markt gebracht. Der Spielautomat ist ein Unterhaltungsgerät, d.h. es gibt keine Gewinnmöglichkeit in Form einer Geldauszahlung. Vom Hersteller gab es noch die Unterhalter Kongo (Wandschießautomat) und Rollux (Wandkegelautomat). Alle drei Automaten haben das gleiche Erscheinungsbild und benutzen den optischen Trick Tiefenwirkung über 2 Spiegel. Jedoch gibt es erhebliche Unterschiede in der technischen Realisierung.

Vom Diana gibt es zwei unterschiedliche Ausführungen für die Elektromechanik. Hier im Beitrag wird die neuere Variante mit zwei gleichen Leiterplatten an den Zählwerken beschrieben.

Für die Unterhalter war keine extra Zulassung von der PTB notwendig, da keine Auszahlung erfolgte. Es musste nur eine pauschale Vergnügungssteuer an die örtliche Kommune entrichtet werden. In den 50gern durften nur 2 Spielautomaten mit Gewinnmöglichkeit in einer Gaststätte aufgestellt werden. Weitere Unterhaltungsautomaten wie der Diana durften zusätzlich aufgestellt werden. Damit gab es einen riesigen Markt für den Diana. Leider sind keine Stückzahlen bekannt.

 

diana

 

Währung/Einwurfmöglichkeit: 0,10 DM

Spielpreis: 10 Pfg.

Spielverlauf: Nach Einwurf von 10 Pfg. wird über den Microschalter im Münzschacht das Spiel ohne Zeitbegrenzung gestartet. Spielziel ist es, möglichst viele Hasen oder Füchse zu erlegen. Frei sind 12 Schuß. Bei 12 Treffer gibt es weitere 8 Schuß, so daß 20 Schuß möglich sind ohne Zeitbegrenzung. Über Leuchtfelder und 2 Zahlenfelder erolgt die Information über den Spielstand. Die beweglichen Ziele werden wie beim richtigen Schuß über Kimme und Korn anvisiert. Durch die zwei Spiegel wird eine optische Tiefenwirkung erzeugt. Die vier Ziele sind auf einer rotierenden Scheibe als Wasserschiebebild aufgebracht.

spielscheibe

 

Innenleben/Technik: Die Spielumsetzung ist sehr interessant für das Baujahr 1957. Nach Geldeinwurf wird die Scheibe für die Ziele über einen 220V Getriebemotor und Seilzug gestartet. Das Hintergrundbild ist ein Druck von einen Landschaftsbild mit Signum von einen unbekannten Maler.

antrieb

 Die Auswertung der Treffer erfolgt über zwei in Reihe geschaltete Kontaktfelder (einmal Pistole und einmal Ziel). Bei einer Übereinstimmung beider Felder gibt es einen Treffer Leuchtfeld. Das Bild unten zeigt die Abtastung der Scheibe mit den 4 Zielen. Die Achse 5 ist direkt mit der rotierenden Scheibe mit den Zielen gekoppelt. Den Antrieb ohne Scheibe im Inneren sieht man im Bild oben. An der Achse 5 befinden sich vier Schleifkontakte (Zuordnung pro Ziel auf der Scheibe) die entsprechend der Rotation der Scheibe einen Kontakt zu 2 geben. Diese gehen auf das Kontaktfeld für die Stellung der Pistole. Im Bild ist das Gestänge der Pistole mit 1 markiert. Der Kontaktsatz 2 beendet das Spiel nach erreichen der maximalen Schußzahl (12 oder 20). Die Beleuchtung mit Spielstand wird bis zum nächsten Geldeinwurf angezeigt. Unten links im Gehäuseboden befindet sich Schalter zum An- oder Ausschalten des Automaten.

abtastung scheibe

Der Kontaktsatz 3 wechselt zwischen den Zielen Hase oder Fuchs. Denn bei einen Treffer wird ein getroffener Hase oder Fuchs über zwei Elektromagneten eingeblendet. Die Anzeigedauer wird mit einen einfachen RC-Glied realisiert. Im nächsten Bild sieht man die Details.

trefferanzeige

 trefferanzeige pistole

 Im Bild oben wird sind die Kontaktfelder für die Stellung der Pistole zu sehen. Wobei 1 wieder das Gestänge für die Pistole ist. Im Bild wird die Pistole mit einer Leimspange gehalten (am Kontakt in der Mitte). Dadurch ist es möglich die Trefferauswertung elektrisch zu justieren. Danach kann mit den Schrauben 2 optisch Kimme und Korn der Pistole justiert werden.

diana auswertung

Das obere Bild zeigt die Auswertung des Spielstandes. 1 ist die Trefferanzeige (an der Gegenseite befindet sich die Anzeigescheibe), 2 zeigt die abgegebenen Schüsse an. Die Brücke 3 wurde nachträglich vom Aufsteller eingebaut und erweiterte das Spiel auf ständig 20 Schuß. Dazu muss die Brücke 3 statt des weisen Drahtes unten angelötet werden und der weise Draht auf den leeren Kontakt darüber. Im gezeigten Zustand gibt es 12 Schüsse und die Verlängerung auf 20 erst nach 12 Treffer, wie im Spielplan auf der Scheibe angezeigt wird. Das Relais 4 ist der Schußzähler, Relais 5 der Trefferzahler, Relais 6 für die Spielsteuerung zuständig und Relais 7 steuert den Spielstart.

Die Stromversorgung erfolgt beim Diana über die Kleinspannungen 6V (Lampen) oder 24V (Relais + Elektromagneten). Zum Spielstart wird über den Microschalter am Münzprüfer die Netzspannung zum Trafo, Antriebsmotor und Relais 7 die Netzspannung geschaltet. Somit ist besondere Vorsicht angebracht bei Arbeiten an der elektrischen Anlage. 

trafo

Der Trafo verfügt über 2 Sekundärwicklungen (2 -> 6V für Lampen, 3 -> 24V Steuerung).

Erscheinungsjahr: 1958

persönliche Meinung: In Sammlerkreisen wird er Diana in guten Zustand sehr geschätzt. Der Diana ist ein gefragter Automat, schon wegen der guten technischen Umsetzung der Spielidee.

 

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